Kurze Antwort
Der Guru Granth Sahib, den Sikhs als ihren lebendigen Guru ehren, sagt zweierlei über Muslime. Guru Nanak lobt den aufrichtigen Muslim und macht aus den fünf Gebeten fünf Tugenden. Guru Arjan sagt, er halte kein Fasten und keinen Ramadan, gehe nicht auf die Hadsch und verrichte kein Namaz, das muslimische Gebet. Der Bhagat (Verehrer) Kabir, dessen Hymnen im Granth stehen, stellt das muslimische Gebet, Fasten und die Pilgerfahrt in Frage. Der Islam stimmt zu, dass Anbetung ohne aufrichtiges Herz leer ist, und der Koran sagt es selbst. In einem Punkt unterscheidet er sich. Der Islam hält fest, dass Gott selbst das Gebet, das Fasten und die Hadsch geboten hat, also kann kein späterer Lehrer sie beiseitelegen. Die wirkliche Frage ist, wessen Wort Gottes (﷾) Wort ist, und der Koran will geprüft werden.
Ausführliche Erklärung
Guru Nanak: was einen wahren Muslim ausmacht
Guru Nanak (Sikhs sagen Guru Nanak Dev Ji) spricht im Var Majh, einer Versgruppe im Guru Granth Sahib, vom Muslim. Verse werden nach Ang angeführt, einer Seite seiner maßgeblichen Ausgabe von 1.430 Seiten. Diese stehen auf Ang 140 und 141. Er sagt, es sei schwer, ein wahrer Muslim zu sein, und der Name gehöre dem, der gütig zu allen ist. Dann nimmt er die Teile der muslimischen Praxis und gibt jedem eine Bedeutung des Verhaltens. Die Moschee wird zur Güte, der Gebetsteppich zur Aufrichtigkeit und das Fasten zur Höflichkeit. Die Kaaba wird zum rechten Wandel, und Glaubensbekenntnis und Gebet werden zu guten Werken. Die fünf Gebete werden zu Wahrheit, dem, was recht ist, Almosen, guten Absichten und dem Lob Gottes (﷾). Diese Zeilen deuten die muslimische Praxis neu. In ihnen sagt der Guru dem Leser nicht, das Namaz zu beten, und er nennt es auch nicht falsch.
“Ein Muselmann zu sein ist schwer; ist einer es wirklich, so mag er ein Muselmann genannt werden. Er liebe zuerst die Religion der Heiligen und lege Stolz und Reichtum ab, wie die Feile den Rost entfernt. Er nehme die Religion seiner Führer an und lege die Sorge um Tod oder Leben ab; er gehorche von Herzen dem Willen Gottes, bete den Schöpfer an und lösche sich selbst aus – wenn er gütig zu allen Menschen ist, dann, Nanak, soll er wahrhaft ein Muselmann sein.”
“Mache Güte zu deiner Moschee, Aufrichtigkeit zu deinem Gebetsteppich, was gerecht und rechtmäßig ist, zu deinem Koran, Bescheidenheit zu deiner Beschneidung, Höflichkeit zu deinem Fasten, so wirst du ein Muselmann sein; mache rechten Wandel zu deiner Kaaba, Wahrheit zu deinem geistlichen Führer, gute Werke zu deinem Glaubensbekenntnis und deinem Gebet, den Willen Gottes zu deinem Rosenkranz, und Gott wird deine Ehre bewahren, o Nanak.”
“Es gibt fünf Gebete, fünf Zeiten für das Gebet und fünf Namen für sie – das erste sei Wahrheit, das zweite, was recht ist, das dritte Almosen in Gottes Namen, das vierte gute Absichten, das fünfte das Lob und der Ruhm Gottes.”
Guru Arjan: kein Fasten, kein Ramadan, keine Hadsch, kein Namaz
Ang 1136 steht im Raga Bhairao, einer musikalischen Tonart, im Abschnitt Guru Arjans. Der Hymnus wird hier vollständig wiedergegeben. Sein Sprecher sagt, er halte kein Fasten und keinen Ramadan, den muslimischen Fastenmonat. Er gehe nicht auf Pilgerfahrt nach Mekka, und er bete weder wie die Hindus an noch wie die Muslime. Er diene dem einen gestaltlosen Gott (﷾) in seinem Herzen. Er sagt, Gott (﷾) richte Hindus und Muslime gleichermaßen, und er sei weder Hindu noch Muslim. Der Hymnus schließt mit der Nennung Kabirs, und Macauliffe überschreibt ihn als nach einem Thema Kabirs verfasst. Sein Gurmukhi hat das Wort Allah (﷾) in der Zeile, die Macauliffe mit „mein Gott“ wiedergibt. Diese Seite mildert den Hymnus nicht ab.
“Ich übe nicht das Fasten und halte nicht den Ramzan: Ich diene Ihm, der mich in der letzten Stunde bewahren wird. Der eine Herr der Erde ist mein Gott, der Hindus und Muselmänner richtet. Ich gehe nicht auf Pilgerfahrt nach Makka und bete nicht an den Wallfahrtsorten der Hindus. Ich diene dem einen Gott und keinem anderen. Ich bete weder wie die Hindus an, noch bete ich wie die Muselmänner. Ich nehme den gestaltlosen Gott in mein Herz und verneige mich dort vor Ihm. Ich bin weder Hindu noch Muselmann. Seele und Leib gehören Gott, ob Er Allah oder Ram genannt wird. Kabir hat diese Lehre vorgetragen. Wenn ich einen wahren Guru oder Pir treffe, erkenne ich meinen eigenen Meister.”
Kabir: die Moschee, der Monat, das Gebet und die Pilgerfahrt
Der Bhagat (Verehrer) Kabir war keiner der zehn Gurus, aber seine Hymnen stehen im Guru Granth Sahib. Auf Ang 1349 fragt er, wo Allah (﷾) wohne, wenn Er nur in der Moschee wohnt. Er stellt den „Süden“ des Hindus und den „Westen“ des Muslims dem Suchen im Herzen gegenüber. Er sagt, die Muslime fasteten einen Monat und legten die anderen elf beiseite. Auf Ang 1350 fragt er, was die Moschee und die Pilgerfahrt nach Mekka wert sind, wenn das Herz Trug enthält. Derselbe Hymnus fragt, warum die Menschen Vögel töten, wenn Gott (﷾) in allem ist. Und er endet mit einem strengen Urteil über den Geistlichen, den er anspricht. Auf Ang 1374 fragt er, warum der Mulla auf das Minarett steigt. Auf Ang 1375 erzählt er, wie Gott (﷾) ihn auf dem Weg nach Mekka fragte, wer ihm befohlen habe, dorthin zu gehen. In derselben Gruppe von Zweizeilern warnt er die, die mit Gewalt töten und es rechtmäßig nennen.
“Wohnt Gott nur in der Moschee, wem gehört dann das übrige Land? Die, die man Hindus nennt, sagen, Gott wohne in einem Götzenbild: Ich sehe in keiner der beiden Sekten die Wahrheit. O Gott, ob Allah oder Ram, ich lebe durch Deinen Namen, o Herr, erweise mir Güte. Hari wohnt im Süden, Allah hat Seinen Ort im Westen. Suche in deinem Herzen, suche im Innersten deines Herzens; dort ist Sein Ort und Seine Wohnung. Die Brahmanen halten jährlich vierundzwanzig Fasten am elften Tag der dunklen und hellen Hälfte des Mondmonats; die Muselmänner fasten im Monat Ramzan. Diese legen elf Monate des Jahres beiseite und sagen, der Schatz sei in einem allein. Was nützt es den Hindus, in Jagannath in Urisa (Orissa) zu baden, was den Muselmännern, ihr Haupt in einer Moschee zu beugen? Mit Trug im Herzen sprechen sie Gebete; was nützt es ihnen, auf Pilgerfahrt nach Makka zu gehen?”
“Was nützen deine Reinigungen, dein Mundspülen und deine Niederwerfungen in der Moschee? Wenn du mit Trug im Herzen betest, was nützt dir deine Pilgerfahrt nach Makka?”
“Sage nicht, die Bücher der Hindus und Muselmänner seien falsch; falsch ist, wer nicht über sie nachdenkt. Wenn du sagst, der eine Gott sei in allem, warum tötest du dann Hühner?”
“Kabir, warum, o Mulla, steigst du auf das Minarett? Der Herr ist nicht taub: Suche in deinem Herzen nach Ihm, um dessentwillen du zum Gebet rufst.”
“Kabir, ich war auf Pilgerfahrt zur Kaaba, und ich traf Gott auf dem Weg; der Herr fing an, mit mir zu streiten: ‚Wer hat dir befohlen, an jenen Ort zu gehen?‘”
In einem Zweizeiler des Bhagat Kabir, der im Guru Granth Sahib steht und keiner der zehn Gurus war, fragt er, was aus denen werden wird, die Lebewesen mit Gewalt töten und es rechtmäßig (halal) nennen, wenn Gott von ihnen Rechenschaft fordert. Der nächste Zweizeiler sagt, Gewalt anzuwenden sei Tyrannei, und der Herr werde den Täter zur Rechenschaft ziehen.
Zwei weitere Gruppen von Hymnen, genannt, damit nichts verborgen bleibt
Auf Ang 477 argumentiert ein Hymnus Kabirs, ein Zeichen am Körper könne einen Menschen nicht zum Muslim machen. Er sagt dem Qadi, einem muslimischen Richter, er solle seine Bücher lassen und des Herrn gedenken. Und er endet mit einem harten Urteil über die Muslime. Auch Guru Nanak hat Hymnen über den Einfall Baburs, auf Ang 360, 417-418 und 722-723. Sie beklagen das Töten und den Ruin, die er brachte. In ihnen nennt er Hindu-Frauen und Musliminnen zusammen unter denen, die litten. Diese Seite zitiert nichts aus dem Hymnus von Ang 477 und fasst die Babur-Hymnen nur zusammen. Sie beantwortet beide unten.
In einer Hymne des Bhagat Kabir, dessen Hymnen im Guru Granth Sahib stehen, fragt er, woher Hindus und Muslime kamen und wer sie auf ihre verschiedenen Wege gesetzt hat. Er argumentiert, ein körperliches Zeichen könne einen Menschen nicht zum Muslim machen. Er sagt dem Qadi, er solle seine Bücher lassen und des Herrn gedenken. Die Hymne endet mit einem harten Urteil über die Muslime.
Guru Nanaks Hymnen über den Einfall Baburs beklagen das Töten und den Ruin, die er brachte. In Ang 360 sagt er, Babur habe Chorasan angegriffen und Hindustan in Schrecken versetzt. In Ang 417-418 beschreibt er den Ruin der großen Häuser und nennt Hindu-Frauen, Musliminnen, Bhattis und Rajputen zusammen unter denen, die litten. In Ang 722-723 sagt er, Babur sei aus Kabul gekommen wie mit einem Hochzeitszug der Sünde, Scham und Rechtschaffenheit seien verschwunden, und die Musliminnen läsen die Kateb und riefen in ihrem Elend Gott an.
Drei Arten von Zeilen, und was jede tut
Die Zeilen fallen in drei Arten. Guru Nanaks Zeilen geben jedem Teil der muslimischen Praxis eine neue Bedeutung als Tugend. Sie sagen, der Name Muslim gehöre denen, die gütig und aufrichtig sind. Guru Arjans Hymnus ist der deutlichste, weil sein Sprecher keine der vier Handlungen für sich hält. Die meisten Fragen Kabirs über Gebet und Hadsch hängen an einer Bedingung: Sie fragen, was diese wert sind, wenn das Herz Trug enthält. Sein Zweizeiler über den Weg nach Mekka tut das nicht, ebenso wenig seine Zeile über den Ramadan und seine Zeilen über das Schlachten. Sie zusammen zu lesen zeigt, was im Text steht und was nicht. Guru Arjan legt diese Handlungen für sich beiseite, und Sikhs folgen dem Weg der Gurus. In einem Hymnus sagt Kabir, man solle die Bücher nicht falsch nennen (Ang 1350). In einem anderen sagt er dem Qadi, er solle sie lassen (Ang 477). Keine dieser Zeilen nennt den Koran falsch.
“Mache Güte zu deiner Moschee, Aufrichtigkeit zu deinem Gebetsteppich, was gerecht und rechtmäßig ist, zu deinem Koran, Bescheidenheit zu deiner Beschneidung, Höflichkeit zu deinem Fasten, so wirst du ein Muselmann sein; mache rechten Wandel zu deiner Kaaba, Wahrheit zu deinem geistlichen Führer, gute Werke zu deinem Glaubensbekenntnis und deinem Gebet, den Willen Gottes zu deinem Rosenkranz, und Gott wird deine Ehre bewahren, o Nanak.”
“Ich übe nicht das Fasten und halte nicht den Ramzan: Ich diene Ihm, der mich in der letzten Stunde bewahren wird. Der eine Herr der Erde ist mein Gott, der Hindus und Muselmänner richtet. Ich gehe nicht auf Pilgerfahrt nach Makka und bete nicht an den Wallfahrtsorten der Hindus. Ich diene dem einen Gott und keinem anderen. Ich bete weder wie die Hindus an, noch bete ich wie die Muselmänner. Ich nehme den gestaltlosen Gott in mein Herz und verneige mich dort vor Ihm. Ich bin weder Hindu noch Muselmann. Seele und Leib gehören Gott, ob Er Allah oder Ram genannt wird. Kabir hat diese Lehre vorgetragen. Wenn ich einen wahren Guru oder Pir treffe, erkenne ich meinen eigenen Meister.”
“Was nützen deine Reinigungen, dein Mundspülen und deine Niederwerfungen in der Moschee? Wenn du mit Trug im Herzen betest, was nützt dir deine Pilgerfahrt nach Makka?”
“Wohnt Gott nur in der Moschee, wem gehört dann das übrige Land? Die, die man Hindus nennt, sagen, Gott wohne in einem Götzenbild: Ich sehe in keiner der beiden Sekten die Wahrheit. O Gott, ob Allah oder Ram, ich lebe durch Deinen Namen, o Herr, erweise mir Güte. Hari wohnt im Süden, Allah hat Seinen Ort im Westen. Suche in deinem Herzen, suche im Innersten deines Herzens; dort ist Sein Ort und Seine Wohnung. Die Brahmanen halten jährlich vierundzwanzig Fasten am elften Tag der dunklen und hellen Hälfte des Mondmonats; die Muselmänner fasten im Monat Ramzan. Diese legen elf Monate des Jahres beiseite und sagen, der Schatz sei in einem allein. Was nützt es den Hindus, in Jagannath in Urisa (Orissa) zu baden, was den Muselmännern, ihr Haupt in einer Moschee zu beugen? Mit Trug im Herzen sprechen sie Gebete; was nützt es ihnen, auf Pilgerfahrt nach Makka zu gehen?”
“Sage nicht, die Bücher der Hindus und Muselmänner seien falsch; falsch ist, wer nicht über sie nachdenkt. Wenn du sagst, der eine Gott sei in allem, warum tötest du dann Hühner?”
Der Islam stimmt zu: Anbetung ohne Herz ist leer
Der Koran sagt das selbst. Er sagt, die Güte bestehe nicht nur darin, das Gesicht nach Osten oder Westen zu wenden. Sie ist Glaube, Geben an die Bedürftigen, das Verrichten des Gebets und das Halten von Versprechen, alles zusammen (2:177). Er spricht Wehe über Betende, die ihre Gebete vernachlässigen und nur gesehen werden wollen (107:4-7). Er sagt, Fleisch und Blut des Opfers erreichten Allah (﷾) nicht, aber die Gottesfurcht (22:37). Er sagt denen, die „Wir glauben“ sagen, der Glaube müsse in das Herz einziehen (49:14). Der Prophet (ﷺ) sagte, Allah (﷾) schaue auf Herzen und Taten (Muslim 2564). Guru Nanak und Kabir warnen vor hohler Anbetung, und der Islam tut es auch.
“Nicht darin besteht die Güte, daß ihr eure Gesichter gegen Osten oder Westen wendet. Güte ist vielmehr, daß man an Allah, den Jüngsten Tag, die Engel, die Bücher und die Propheten glaubt und vom Besitz - obwohl man ihn liebt - der Verwandtschaft, den Waisen, den Armen, dem Sohn des Weges, den Bettlern und für (den Loskauf von) Sklaven hergibt, das Gebet verrichtet und die Abgabe entrichtet; und diejenigen, die ihre Verpflichtung einhalten, wenn sie eine eingegangen sind, und diejenigen, die standhaft bleiben in Not, Leid und in Kriegszeiten, das sind diejenigen, die wahrhaftig sind, und das sind die Gottesfürchtigen.”
“Wehe nun den Betenden, denjenigen, die auf ihre Gebete nicht achten, denjenigen, die dabei (nur) gesehen werden wollen; und die Hilfeleistung verweigern!”
“Weder ihr Fleisch noch ihr Blut werden Allah erreichen, aber Ihn erreicht die Gottesfurcht von euch. So hat Er sie euch dienstbar gemacht, damit ihr Allah als den Größten preist, daß Er euch rechtgeleitet hat. Und verkünde frohe Botschaft den Gutes Tuenden.”
“Die Wüstenaraber sagen: Wir glauben. Sag: Ihr glaubt nicht (wirklich), sondern sagt:,Wir sind Muslime geworden’, denn der Glaube ist noch nicht in eure Herzen eingezogen. Wenn ihr aber Allah und Seinem Gesandten gehorcht, verringert Er euch nichts von euren Werken. Gewiß, Allah ist Allvergebend und Barmherzig.”
Abu Huraira berichtet, dass der Prophet (ﷺ) sagte: Allah schaut nicht auf eure Gesichter oder euer Vermögen, sondern Er schaut auf eure Herzen und eure Taten.
Wo der Islam sich unterscheidet: Gott (﷾) hat die Handlungen geboten
Der Islam bietet Gebet, Fasten und Hadsch nicht als Wahlmöglichkeiten an. Der Koran sagt, man solle das Gebet verrichten (2:110), und das Gebet sei den Gläubigen zu bestimmten Zeiten vorgeschrieben (4:103). Er sagt, das Fasten sei vorgeschrieben (2:183). Er nennt die Pilgerfahrt zum Hause eine Pflicht der Menschen gegenüber Allah (﷾), für die, die die Möglichkeit dazu haben (3:97). Nach dieser Lesart kann kein Lehrer sie beiseitelegen, wie aufrichtig er auch sei. Kabir lässt Gott (﷾) fragen, wer ihm befohlen habe, nach Mekka zu gehen. Der Koran gibt eine Antwort: Allah (﷾) hat die Pilgerfahrt geboten (3:97). Der Unterschied ist also nicht Aufrichtigkeit gegen Ritual. Er ist, wessen Wort Gottes (﷾) Wort ist. Wenn Gott (﷾) diese Handlungen wirklich geboten hat, kann ein späterer Lehrer sie nicht aufheben. Wenn nicht, ist der Koran nicht Sein Wort. Der Koran will daran geprüft werden.
“Und verrichtet das Gebet und entrichtet die Abgabe. Und was ihr für euch selbst an Gutem vorausschickt, werdet ihr bei Allah finden. Was ihr tut, sieht Allah wohl.”
“Wenn ihr das Gebet vollzogen habt, dann gedenkt Allahs stehend, sitzend und auf der Seite (liegend). Wenn ihr in Ruhe seid, dann verrichtet das Gebet (wie üblich). Das Gebet ist den Gläubigen zu bestimmten Zeiten vorgeschrieben.”
“O die ihr glaubt, vorgeschrieben ist euch das Fasten, so wie es denjenigen vor euch vorgeschrieben war, auf daß ihr gottesfürchtig werden möget.”
“Darin liegen klare Zeichen. (Es ist) der Standort Ibrahims. Und wer es betritt, ist sicher. Und Allah steht es den Menschen gegenüber zu, daß sie die Pilgerfahrt zum Hause unternehmen - (diejenigen,) die dazu die Möglichkeit haben. Wer aber ungläubig ist, so ist Allah der Weltenbewohner Unbedürftig.”
“Kabir, ich war auf Pilgerfahrt zur Kaaba, und ich traf Gott auf dem Weg; der Herr fing an, mit mir zu streiten: ‚Wer hat dir befohlen, an jenen Ort zu gehen?‘”
Jede Handlung trägt ihr eigenes inneres Ziel
Der Koran verbindet die äußere Handlung mit dem inneren Ziel. Das Gebet hält vom Schändlichen und Verwerflichen ab (29:45). Das Fasten ist vorgeschrieben, damit die Menschen Selbstbeherrschung lernen (2:183). Bei der Hadsch ist der beste Vorrat die Gottesfurcht (2:197), und was Allah (﷾) vom Opfer erreicht, ist die Gottesfurcht (22:37). Das ist der Islam als ganze Lebensweise, mit Glaube, Anbetung und Charakter zusammen. Er beantwortet Kabirs Fragen. Der Gebetsruf richtet sich an die Gläubigen. Am Freitag wird ihnen gesagt, zu Allahs (﷾) Gedenken zu eilen, wenn zum Gebet gerufen wird (62:9). Der Ramadan ist ein Monat innerhalb eines Jahres des Gedenkens, denn den Gläubigen wird gesagt, Allahs (﷾) häufig zu gedenken (33:41) und in jeder Haltung (3:190-191). Muslime wenden sich der geschützten Gebetsstätte als einer Richtung zu (2:144). Wohin man sich auch wendet, dort ist Allahs (﷾) Angesicht (2:115), und Er sagt: „so bin Ich nahe“ (2:186).
“Verlies, was dir vom Buch (als Offenbarung) eingegeben wird, und verrichte das Gebet. Gewiß, das Gebet hält davon ab, das Schändliche und das Verwerfliche (zu tun). Und das Gedenken Allahs ist wahrlich größer. Und Allah weiß, was ihr macht.”
“O die ihr glaubt, vorgeschrieben ist euch das Fasten, so wie es denjenigen vor euch vorgeschrieben war, auf daß ihr gottesfürchtig werden möget.”
“Die (Zeit der) Pilgerfahrt (sind) bekannte Monate. Wer in ihnen die (Durchführung der) Pilgerfahrt beschlossen hat, der darf keinen Beischlaf ausüben, keinen Frevel begehen und nicht Streit führen während der Pilgerfahrt. Und was ihr an Gutem tut, Allah weiß es. Und versorgt euch mit Reisevorrat, doch der beste Vorrat ist die Gottesfurcht. Und fürchtet Mich, o die ihr Verstand besitzt!”
“Weder ihr Fleisch noch ihr Blut werden Allah erreichen, aber Ihn erreicht die Gottesfurcht von euch. So hat Er sie euch dienstbar gemacht, damit ihr Allah als den Größten preist, daß Er euch rechtgeleitet hat. Und verkünde frohe Botschaft den Gutes Tuenden.”
“O die ihr glaubt, wenn zum Gebet gerufen wird am Freitag, dann eilt zu Allahs Gedenken und laßt das Kaufgeschäft. Das ist besser für euch, wenn ihr wißt.”
“O die ihr glaubt, gedenkt Allahs in häufigem Gedenken”
“In der Schöpfung der Himmel und der Erde und in dem Unterschied von Nacht und Tag liegen wahrlich Zeichen für diejenigen, die Verstand besitzen, die Allahs stehend, sitzend und auf der Seite (liegend) gedenken und über die Schöpfung der Himmel und der Erde nachdenken: Unser Herr, Du hast (all) dies nicht umsonst erschaffen. Preis sei Dir! Bewahre uns vor der Strafe des (Höllen)feuers.”
“Wir sehen ja dein Gesicht sich (suchend) zum Himmel wenden. Nun wollen Wir dir ganz gewiß eine Gebetsrichtung zuweisen, mit der du zufrieden bist. So wende dein Gesicht in Richtung der geschützten Gebetsstätte! Und wo immer ihr seid, wendet eure Gesichter in ihrer Richtung! Diejenigen, denen die Schrift gegeben wurde, wissen sehr wohl, daß dies die Wahrheit von ihrem Herrn ist. Und Allah ist nicht unachtsam dessen, was sie tun.”
“Allah gehört der Osten und der Westen; wohin ihr euch auch immer wendet, dort ist Allahs Angesicht. Allah ist Allumfassend und Allwissend.”
“Und wenn dich Meine Diener nach Mir fragen, so bin Ich nahe; Ich erhöre den Ruf des Bittenden, wenn er Mich anruft. So sollen sie nun auf Mich hören und an Mich glauben, auf daß sie besonnen handeln mögen.”
| Die Handlung | Ihr Ziel, im Koran |
|---|---|
| Gebet | Es hält von Schändlichem und Ungerechtem ab. |
| Fasten | Damit die Menschen Selbstbeherrschung lernen. |
| Haddsch | Die beste Wegzehrung ist rechtes Verhalten. |
| Opfer | Was Allah (﷾) erreicht, ist die Gottesfurcht. |
Gott (﷾) gebot die Handlungen und gab jeder ihr Ziel, also gehören Handlung und Herz zusammen.
Kabirs Einladung: über die Bücher nachdenken
Kabir sagt, man solle die Bücher nicht falsch nennen; falsch sei, wer nicht über sie nachdenkt. Er stellt die Veden (die Hindu-Schriften) und die Kateb (die Bücher der Juden, Christen und Muslime) auf dieselbe Stufe. Er bittet um Nachdenken, nicht um Annahme. In einem anderen Hymnus sagt er dem Qadi, er solle seine Bücher lassen und des Herrn gedenken (Ang 477). Der Islam nimmt die Einladung zum Nachdenken ernst, und seine Antwort auf die zweite ist dieselbe: Lies das Buch, bevor du es lässt. Der Koran fragt die Leser, ob sie nicht sorgfältig über ihn nachdenken, und sagt, ein Buch von jemand anderem als Allah (﷾) würde viel Widerspruch enthalten (4:82). Er fragt, ob an ihren Herzen Verriegelungen angebracht sind (47:24). Der Islam bittet den Leser, den Koran zu lesen und zu prüfen, nicht, ihn auf Vertrauen hin anzunehmen. Die Seiten über das Wort der Gurus, über die Prüfung einer Schrift und über den letzten Propheten (ﷺ) legen dar, wie.
“Sage nicht, die Bücher der Hindus und Muselmänner seien falsch; falsch ist, wer nicht über sie nachdenkt. Wenn du sagst, der eine Gott sei in allem, warum tötest du dann Hühner?”
In einer Hymne des Bhagat Kabir, dessen Hymnen im Guru Granth Sahib stehen, fragt er, woher Hindus und Muslime kamen und wer sie auf ihre verschiedenen Wege gesetzt hat. Er argumentiert, ein körperliches Zeichen könne einen Menschen nicht zum Muslim machen. Er sagt dem Qadi, er solle seine Bücher lassen und des Herrn gedenken. Die Hymne endet mit einem harten Urteil über die Muslime.
“Denken sie denn nicht sorgfältig über den Qur’an nach? Wenn er von jemand anderem wäre als von Allah, würden sie in ihm wahrlich viel Widerspruch finden.”
“Denken sie denn nicht sorgfältig über den Qur’an nach? Oder sind an (diesen) Herzen deren Verriegelungen (angebracht)?”
Zeile für Zeile
Guru Granth Sahib, Ang 1136 — Raga Bhairao, Guru Arjan
“Ich übe nicht das Fasten und halte nicht den Ramzan: Ich diene Ihm, der mich in der letzten Stunde bewahren wird. Der eine Herr der Erde ist mein Gott, der Hindus und Muselmänner richtet. Ich gehe nicht auf Pilgerfahrt nach Makka und bete nicht an den Wallfahrtsorten der Hindus. Ich diene dem einen Gott und keinem anderen. Ich bete weder wie die Hindus an, noch bete ich wie die Muselmänner. Ich nehme den gestaltlosen Gott in mein Herz und verneige mich dort vor Ihm. Ich bin weder Hindu noch Muselmann. Seele und Leib gehören Gott, ob Er Allah oder Ram genannt wird. Kabir hat diese Lehre vorgetragen. Wenn ich einen wahren Guru oder Pir treffe, erkenne ich meinen eigenen Meister.”
Angeführt für
Guru Arjan sagt, er halte kein Fasten, keinen Ramadan und keine Hadsch und verrichte kein Namaz, also legt der Granth die muslimische Anbetung beiseite.
Die Antwort
Das sagt der Hymnus, und der Islam verbirgt es nicht. Die Antwort betrifft die Autorität. Der Koran sagt, Gott (﷾) habe das Gebet (2:110; 4:103), das Fasten (2:183) und die Hadsch (3:97) geboten, also kann nach der Lesart des Islam kein Lehrer sie aufheben. Ob der Koran Gottes (﷾) Wort ist, ist eine Frage, die zu prüfen und nicht vorauszusetzen ist (4:82).
Was daraus folgt — Der Hymnus zeigt, dass der Guru einen anderen Weg der Anbetung wählte. Er zeigt nicht, dass Gott (﷾) Seine Gebote aufhob, und das ist der Punkt, der zu prüfen ist.
Guru Granth Sahib, Ang 140 — Raga Majh (Var Majh), Guru Nanak
“Mache Güte zu deiner Moschee, Aufrichtigkeit zu deinem Gebetsteppich, was gerecht und rechtmäßig ist, zu deinem Koran, Bescheidenheit zu deiner Beschneidung, Höflichkeit zu deinem Fasten, so wirst du ein Muselmann sein; mache rechten Wandel zu deiner Kaaba, Wahrheit zu deinem geistlichen Führer, gute Werke zu deinem Glaubensbekenntnis und deinem Gebet, den Willen Gottes zu deinem Rosenkranz, und Gott wird deine Ehre bewahren, o Nanak.”
Angeführt für
Ein wahrer Muslim erkennt man an Güte, Aufrichtigkeit und ehrlichem Leben, also zählen die äußeren Formen nicht.
Die Antwort
Der Islam stimmt zu, dass diese zählen, und stellt sie in denselben Vers wie Gebet und Almosen (2:177). Der Koran wählt nicht zwischen beiden. Gebet, Fasten und Hadsch tragen jedes ein inneres Ziel (29:45; 2:183; 2:197).
Was daraus folgt — Im Islam sind das Innere und das Äußere beide verlangt. Die Zeilen des Gurus deuten die Formen neu, und der Koran verbindet sie.
Guru Granth Sahib, Ang 1349 — Raga Prabhati, der Bhagat Kabir
“Wohnt Gott nur in der Moschee, wem gehört dann das übrige Land? Die, die man Hindus nennt, sagen, Gott wohne in einem Götzenbild: Ich sehe in keiner der beiden Sekten die Wahrheit. O Gott, ob Allah oder Ram, ich lebe durch Deinen Namen, o Herr, erweise mir Güte. Hari wohnt im Süden, Allah hat Seinen Ort im Westen. Suche in deinem Herzen, suche im Innersten deines Herzens; dort ist Sein Ort und Seine Wohnung. Die Brahmanen halten jährlich vierundzwanzig Fasten am elften Tag der dunklen und hellen Hälfte des Mondmonats; die Muselmänner fasten im Monat Ramzan. Diese legen elf Monate des Jahres beiseite und sagen, der Schatz sei in einem allein. Was nützt es den Hindus, in Jagannath in Urisa (Orissa) zu baden, was den Muselmännern, ihr Haupt in einer Moschee zu beugen? Mit Trug im Herzen sprechen sie Gebete; was nützt es ihnen, auf Pilgerfahrt nach Makka zu gehen?”
Angeführt für
Die Muslime fasten einen Monat und legen elf beiseite, als läge der Schatz in einem allein. Sie setzen Allah in die Moschee oder in den Westen.
Die Antwort
Keine islamische Lehre setzt Gott (﷾) nur in eine Moschee oder in den Westen. Wohin man sich auch wendet, dort ist Allahs (﷾) Angesicht (2:115), und Er sagt: „so bin Ich nahe“ (2:186). Den Gläubigen wird gesagt, Seiner häufig zu gedenken (33:41), stehend, sitzend und liegend (3:190-191). Die Qibla ist eine Richtung (2:144), und die Güte besteht nicht darin, sich nach Osten oder Westen zu wenden (2:177).
Was daraus folgt — Der Ramadan ist ein Monat innerhalb eines Jahres des Gedenkens, und der Koran schließt Gott (﷾) nicht an einem Ort ein.
Guru Granth Sahib, Ang 1350 — Raga Prabhati, der Bhagat Kabir
“Was nützen deine Reinigungen, dein Mundspülen und deine Niederwerfungen in der Moschee? Wenn du mit Trug im Herzen betest, was nützt dir deine Pilgerfahrt nach Makka?”
Angeführt für
Gebet, Verbeugen in der Moschee und Pilgerfahrt sind nichts wert, wenn das Herz Trug enthält.
Die Antwort
Der Islam sagt dasselbe vom Gebet, das zur Schau gestellt wird (107:4-7), und lehrt, dass Allah (﷾) auf Herzen und Taten schaut (Muslim 2564). Der Koran fügt hinzu, dass der beste Vorrat für die Hadsch die Gottesfurcht ist (2:197). Die Warnung richtet sich gegen Heuchelei, die auch der Islam verurteilt.
Was daraus folgt — Der Vorwurf trifft die Heuchelei, die beide verurteilen. Die Praxis selbst berührt er nicht.
Guru Granth Sahib, Ang 1374 — Salok Kabir, der Bhagat Kabir
“Kabir, warum, o Mulla, steigst du auf das Minarett? Der Herr ist nicht taub: Suche in deinem Herzen nach Ihm, um dessentwillen du zum Gebet rufst.”
Angeführt für
Warum steigt der Mulla auf das Minarett? Der Herr ist nicht taub.
Die Antwort
Der Gebetsruf wird nicht erhoben, um Gott (﷾) zu benachrichtigen. Er ruft die Gläubigen: Am Freitag wird ihnen gesagt, zu Allahs (﷾) Gedenken zu eilen, wenn zum Gebet gerufen wird (62:9). Das Gebet ist selbst ein Gedenken, das vom Unrecht abhält (29:45).
Was daraus folgt — Der Ruf richtet sich an Menschen, nicht an einen Gott (﷾), der ihn hören müsste.
Guru Granth Sahib, Ang 1375 — Salok Kabir, der Bhagat Kabir
“Kabir, ich war auf Pilgerfahrt zur Kaaba, und ich traf Gott auf dem Weg; der Herr fing an, mit mir zu streiten: ‚Wer hat dir befohlen, an jenen Ort zu gehen?‘”
Angeführt für
Gott traf Kabir auf dem Weg nach Mekka und fragte, wer ihm befohlen habe, dorthin zu gehen.
Die Antwort
Der Koran antwortet, Allah (﷾) habe die Pilgerfahrt geboten: Sie ist eine Pflicht der Menschen gegenüber Allah (﷾), für die, die die Möglichkeit zur Reise haben (3:97). Eine andere englische Übersetzung liest die Frage so, dass Gott (﷾) fragt, wer ihm gesagt habe, Er sei nur dort. Auch dem stimmt der Islam zu, denn wohin man sich auch wendet, dort ist Allahs (﷾) Angesicht (2:115).
Was daraus folgt — Nach beiden Lesarten wird die Zeile beantwortet. Gott (﷾) hat die Hadsch geboten, und Er ist nicht nur an der Kaaba.
Guru Granth Sahib, Ang 1350 — Raga Prabhati, der Bhagat Kabir
“Sage nicht, die Bücher der Hindus und Muselmänner seien falsch; falsch ist, wer nicht über sie nachdenkt. Wenn du sagst, der eine Gott sei in allem, warum tötest du dann Hühner?”
Angeführt für
Wenn ihr sagt, der eine Gott sei in allem, warum tötet ihr Hühner? Die, die mit Gewalt töten und es rechtmäßig nennen, werden Gott Rechenschaft geben.
Die Antwort
Der Islam lehrt nicht, dass Gott (﷾) in Seinen Geschöpfen ist, denn nichts ist Ihm gleich (42:11). Er macht das Vieh zur erlaubten Speise (16:5) und gebietet, dass das Schlachten gut geschieht: eine scharfe Klinge, und dem Tier wird unnötiges Leiden erspart (Muslim 1955). Die Seite über die Güte zu Tieren gibt die Einzelheiten.
Was daraus folgt — Der Islam erlaubt, Tiere zu essen, und gebietet Güte in der Art, wie es geschieht. Die Frage zielt auf den Glauben, dass Gott (﷾) in allem ist.
Guru Granth Sahib, Ang 477 — Raga Asa, der Bhagat Kabir
In einer Hymne des Bhagat Kabir, dessen Hymnen im Guru Granth Sahib stehen, fragt er, woher Hindus und Muslime kamen und wer sie auf ihre verschiedenen Wege gesetzt hat. Er argumentiert, ein körperliches Zeichen könne einen Menschen nicht zum Muslim machen. Er sagt dem Qadi, er solle seine Bücher lassen und des Herrn gedenken. Die Hymne endet mit einem harten Urteil über die Muslime.
Angeführt für
Ein Zeichen am Körper kann einen Menschen nicht zum Muslim machen, der Qadi sollte seine Bücher lassen, und die Muslime haben versagt.
Die Antwort
Der Islam stimmt zu, dass kein Zeichen einen Muslim macht. Die erste Säule ist das Glaubensbekenntnis (Buchari 8), und der Koran sagt, der Glaube müsse in das Herz einziehen (49:14). Die Beschneidung gehört zur natürlichen Veranlagung (Fitra), die der Prophet (ﷺ) lehrte (Buchari 5889), aber sie ist nicht das, was einen Menschen zum Muslim macht. Was das Lassen der Bücher angeht, will der Koran sorgfältig bedacht und geprüft werden, bevor jemand ihn lässt (4:82; 47:24).
Was daraus folgt — Der Islam urteilt nach Glaube und Taten, nicht nach einem Zeichen oder einem Namen.
Guru Granth Sahib, Ang 360, 417-418 und 722-723 — Raga Asa und Raga Tilang, Guru Nanak
Guru Nanaks Hymnen über den Einfall Baburs beklagen das Töten und den Ruin, die er brachte. In Ang 360 sagt er, Babur habe Chorasan angegriffen und Hindustan in Schrecken versetzt. In Ang 417-418 beschreibt er den Ruin der großen Häuser und nennt Hindu-Frauen, Musliminnen, Bhattis und Rajputen zusammen unter denen, die litten. In Ang 722-723 sagt er, Babur sei aus Kabul gekommen wie mit einem Hochzeitszug der Sünde, Scham und Rechtschaffenheit seien verschwunden, und die Musliminnen läsen die Kateb und riefen in ihrem Elend Gott an.
Angeführt für
Guru Nanak beklagt die Grausamkeit eines einfallenden muslimischen Heeres, und der Granth hält es fest.
Die Antwort
Der Islam verteidigt nicht die Grausamkeit eines Eroberers. Sein geschriebenes Gesetz erlaubt den Kampf nur gegen die, die kämpfen, und verbietet, die Grenzen zu übertreten (2:190). Der Prophet (ﷺ) verbot das Töten von Frauen und Kindern (Buchari 3015; Muslim 1744). Der eigene Hymnus des Gurus nennt Hindu-Frauen und Musliminnen zusammen unter den Opfern.
Was daraus folgt — Das Verbrechen eines Herrschers wird nach dem Gesetz beurteilt, das er brach, und es beurteilt nicht das Gesetz.
Sichtweisen
Sikh: Der Guru Granth Sahib stellt das Herz über die äußere Form
Sikhs lesen den Guru Granth Sahib so, dass er lehrt, Gott werde in einem aufrichtigen Herzen und einem guten Leben gefunden. Sie suchen Ihn nicht in einer Moschee, einem Monat oder einer Reise. Guru Nanak, Guru Arjan und der Bhagat Kabir werden dafür angeführt.
Guru Nanak sagt, ein wahrer Muslim sei der, der gütig zu allen ist. Er macht aus der Moschee, dem Gebetsteppich und den fünf Gebeten Tugenden.
Erwiderung
Das sagen die Zeilen. Der Koran verlangt denselben inneren Maßstab und stellt ihn in einem Vers neben Gebet und Almosen. Er tauscht die Formen nicht gegen die Tugenden.
Guru Arjan sagt, er halte kein Fasten, keinen Ramadan und keine Hadsch und verrichte kein Namaz. Er diene dem einen gestaltlosen Gott in seinem Herzen.
Erwiderung
Der Hymnus sagt dies, und es wird hier nicht abgemildert. Die Antwort des Islam betrifft die Autorität: Gott selbst hat Gebet, Fasten und Hadsch geboten. Ob der Koran Sein Wort ist, ist eine Frage, die geprüft werden muss.
Der Hymnus sagt, Gott richte Hindus und Muslime gleichermaßen, und sein Sprecher sei keines von beiden. Die Bezeichnung zählt also weniger als der Herr.
Erwiderung
Der Islam stimmt zu, dass Gott (﷾) der Herrscher am Tag des Gerichts ist. Er fügt hinzu, dass Gesandte kamen, damit niemand ein Beweismittel gegen Ihn habe. Die Frage ist also, wo Seine Rechtleitung zu finden ist.
Kabir sagt, Allah sei nicht nur in der Moschee oder im Westen. Und er sagt, die Muslime legten elf Monate für einen beiseite.
Erwiderung
Auch der Islam schließt Gott (﷾) nicht an einem Ort ein: Wohin man sich auch wendet, dort ist Sein Angesicht. Der Koran sagt den Gläubigen, Seiner häufig zu gedenken, also ist der Ramadan nicht die einzige Zeit.
Kabir sagt, Gebet, Moschee und Hadsch seien nichts wert, wenn das Herz Trug enthält.
Erwiderung
Das stimmt, und der Koran sagt es zuerst: Wehe den Betenden, die beten, um gesehen zu werden. Die Warnung richtet sich gegen Heuchelei, nicht gegen das Gebet oder die Pilgerfahrt.
Kabir fragt, warum der Mulla auf das Minarett steigt, wenn der Herr nicht taub ist.
Erwiderung
Der Gebetsruf wird nicht erhoben, um Gott (﷾) zu benachrichtigen. Er ruft die Gläubigen: Am Freitag wird ihnen gesagt, zu Allahs (﷾) Gedenken zu eilen, wenn zum Gebet gerufen wird (62:9).
Kabir sagt, Gott habe ihn auf dem Weg nach Mekka angehalten und gefragt, wer ihm befohlen habe, dorthin zu gehen.
Erwiderung
Der Koran antwortet, Allah (﷾) habe es geboten, als Pflicht für die, die die Möglichkeit zur Reise haben. Eine andere Übersetzung lässt Gott (﷾) fragen, wer ihm gesagt habe, Er sei nur dort; auch sie trifft auf den Koran: Gott (﷾) ist nicht nur dort.
Kabir fragt, warum die Menschen Hühner töten, wenn Gott in allem ist. Er warnt, dass die, die mit Gewalt töten und es rechtmäßig nennen, Gott Rechenschaft geben werden.
Erwiderung
Der Islam lehrt nicht, dass Gott (﷾) in Seinen Geschöpfen ist. Er macht das Vieh zur erlaubten Speise und gebietet, dass das Schlachten gut geschieht: eine scharfe Klinge, und dem Tier wird unnötiges Leiden erspart.
Ein Hymnus Kabirs sagt, ein Zeichen am Körper könne keinen Muslim machen, und sagt dem Qadi, er solle seine Bücher lassen. Er endet damit, dass die Muslime versagt hätten.
Erwiderung
Der Islam stimmt zu, dass kein Zeichen einen Muslim macht. Die erste Säule ist das Glaubensbekenntnis, und der Glaube muss in das Herz einziehen. Die Beschneidung gehört zur natürlichen Veranlagung (Fitra), die der Prophet (ﷺ) lehrte. Aber sie ist nicht das, was einen Menschen zum Muslim macht. Was die Bücher angeht, bittet der Koran die Leser, sorgfältig über ihn nachzudenken, bevor sie ihn lassen.
Guru Nanak beklagt die Grausamkeit von Baburs einfallendem Heer. Und seine Hymnen nennen Hindu-Frauen und Musliminnen zusammen unter denen, die litten.
Erwiderung
Der Islam verteidigt nicht die Grausamkeit eines Eroberers. Sein Gesetz verbietet, Frauen und Kinder zu töten, und jede Übertretung der Grenzen. Das Verbrechen eines Herrschers wird nach dem Gesetz beurteilt, das er brach.
Die islamische Sichtweise
Der Islam stimmt zu, dass Anbetung ohne aufrichtiges Herz leer ist. Er hält fest, dass Gott selbst Gebet, Fasten und Hadsch geboten hat, jedes mit einem inneren Ziel. Die Frage zwischen dem Guru Granth Sahib und dem Koran ist also, wessen Wort Gottes (﷾) Wort ist. Der Koran will geprüft werden.
Der Koran verbindet Glaube, Almosen und Gebet in einem Vers, und er verurteilt das Gebet, das verrichtet wird, um gesehen zu werden.
Der Prophet (ﷺ) lehrte, dass Allah (﷾) auf Herzen und Taten schaut, also ersetzt keine äußere Handlung ein aufrichtiges Herz.
Der Koran sagt, dass das Gebet zu bestimmten Zeiten, das Fasten und die Pilgerfahrt von Gott (﷾) geboten sind.
Im Koran hat jede Handlung ein inneres Ziel. Das Gebet hält einen Menschen vom Unrecht ab. Das Fasten lehrt Selbstbeherrschung. Und der beste Vorrat für die Hadsch ist die Gottesfurcht.
Der Koran will sorgfältig bedacht und auf Widersprüche geprüft werden. Ebenso lädt Kabir die Leser ein, über die Bücher nachzudenken.